Goldrubinglas

Rubinrotes Glas (englisch: cranberry glass) kann durch die Zugabe von Gold hergestellt werden. Durch die Beimengung von geringen Mengen Gold (in Pulverform) zu farblosen Glas kann das rubinrote Glas hergestellt werden. Die eingebetteten Nanopartikel bilden Cluster von Nanopartikeln von ca. 100 Atomen im sonst Glas. Die Farbgebung entsteht dadurch, da dass Licht durch die kolloidalen Goldpartikel gebeugt wird. Durch die kleinen Goldpartikel im Glas (quasi Nanopartikel) entsteht eine Interferenzfarbe. Eine bekannte Interferenzfarbe ist beispielsweise die „Regenbogenfärbung“ wenn ein dünner Ölfilm auf Wasser schwimmt.

Die Erfindung wird dem Alchemisten Johann Kunckel (um 1630 – 1703) zugeschrieben, der das Goldrubinglas um das Jahr 1680 in einer Potsdamer Kristallglashütte und später auf der Phaueninsel als erste Person „serienreif“ produzierte.

Die chemischen Zusammenhänge wurden jedoch schon im Jahr 1663 vom Arzt und Alchemisten Andreas Cassius entdeckt. Das nach ihm benannte Goldpurpur, also das „Cassius’sche Goldpurpur“ nutzte Kunckel bei der Goldrubinglasherstellung.

Goldrubinglas bzw. Cranberry glass (englisch)

Bild: Goldrubinglas Schatzkammer München (Quelle: Wikipedia Autor: Schtone)

 

Film: Video 40 – Goldpurpur und Goldsulfid (J. Hegemann)

Das Video wird freundlicherweise von der Webseite www.chymiatrie.de bereitgestellt.

 

Inhalte im Film sind u. a. folgende Themen:

  • Entstehung von Goldpurpur durch Goldpartikel in Lösung
  • Erklärung des Begriffs Interferenz am Beispiel des Goldpurpurs (Goldpartikel erzeugen eine Färbung)
  • historischer Hintergrund zum Goldpurpur (Entdeckung und Verwendung)
  • diverse geschichtliche Angaben rund um die Person Johann Kunckel
  • Versuch einer Goldspiegelentstehung

 

Video 40 – Goldpurpur und Goldsulfid (J. Hegemann)